Welche Ansprüche stehen mir als geschädigtem Patienten zu?

Schmerzensgeld

Eine Haftung des Arztes aus Behandlungsfehler kommt in Betracht, wenn dieser Fehler beim Patienten zu einem Gesundheitsschaden geführt hat.

Schäden an der Gesundheit können beispielsweise der geschädigte Arm, die geschädigte Psyche oder auch eine erhebliche Heilungsverzögerung sein. Schmerzensgeld soll von Rechts wegen für die Schmerzen, das Leid, die Ängste und die Einschränkungen des Geschädigten bezahlt werden. Es möchte eine Genugtuung für den Geschädigten sein. Die Höhe des Schmerzensgeldes ist im Einzelfall recht anspruchsvoll zu beziffern. Anhaltspunkte können hier vergleichbare Fälle in der Rechtsprechung sein. Da Urteile jedoch nur zwischen den Parteien Geltung beanspruchen können und kein Fall dem anderen komplett gleicht, sind dies immer nur Anhaltspunkte. Um die voraussichtliche Anspruchshöhe möglichst genau für Sie bestimmen zu können, benötige ich konkrete Angaben zu Ihrem Gesundheitsschaden, z.B.

  • Wie lange wurden Sie wie fehlerbedingt stationär behandelt?
  • Wie lange waren Sie krankgeschrieben?
  • Ist es ggfs. zu dauerhaften Folgeschäden gekommen?
  • Gibt es Arztbriefe oder Atteste, welche Ihre fehlerbedingten Beeinträchtigungen belegen?

Bringen Sie gerne alle vorhandenen Unterlagen zu einem Gespräch mit.

Schadensersatz

Während der Geschädigte für das ertragene Leid Schmerzensgeld erhält, erhält er außerdem sog. Schadensersatz für das fehlerbedingte „Weniger in seinem Geldbeutel“. So kann es beispielsweise sein, dass der Patient durch den Arztfehler erst Monate später wieder zur Arbeit gehen kann, Krankenhauszuzahlungen und Medikamentenzuzahlungen leisten muss oder hohe Fahrtkosten hat. Hierfür ist der Patient beweisbelastet, d.h. ich benötige hier für alle Kosten im besten Falle Belege.

Verdienstausfall

Wenn der Patient durch den Fehler des Arztes erst Monate später wieder seiner Arbeit nachgehen kann, so summieren sich hier die Beträge schnell. Zunächst erhält ein Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft im Falle einer Krankheit 6 Wochen Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber. Danach folgt grds. die Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse im Falle weitergehender Erkrankung. Nun entgeht möglicherweise dem Patienten die Differenz zwischen Lohn und Krankengeld als sog. Verdienstausfall. Ggfs. können auch Nebenjobs nicht mehr ausgeführt werden oder es fallen Eigenleistungen beim Hausbau weg.

Heilbehandlungskosten

Muss sich der Betroffene nun in erforderliche Nachbehandlungen, z.B. bei einem Physiotherapeuten oder einem Heilpraktiker begeben, so sind auch hier die Eigenanteile grundsätzlich vom Schädiger zu erstatten. Werden kosmetische Nachbehandlungen und Operationen erforderlich, welche nicht von der Krankenversicherung übernommen werden, so sind auch diese – soweit angemessen – von der Schädigerseite zu ersetzen. Befindet sich der geschädigte Patient in stationärer Behandlung im Krankenhaus, dann sind auch die sich im üblichen Rahmen haltenden Besuchskosten naher Angehöriger im Krankenhaus zu ersetzen. Weiterhin zählen zu den erstattungsfähigen Nebenkosten im Krankenhaus z.B. zumeist auch Mehrkosten für Telefon, Trinkgelder oder den Fernseher.

Haushaltsführungsschaden

Kann der Geschädigte zeitweise nicht mehr seinen üblichen Haushaltsverrichtungen nachgehen, so ist auch dieser Ausfall grundsätzlich zu ersetzen.

Sonstige Nachteile

Sind durch den Behandlungsfehler vermehrte Bedürfnisse im Alltag entstanden, z.B. Kosten für Begleitpersonen oder ein behindertengerechtes Fahrzeug, so können auch diese unter Umständen zu erstatten sein.

Zukunftsschäden

Die Schadensregulierung bezieht sich zumeist zunächst einmal auf die Vergangenheit und Gegenwart. Allerdings darf man hier auch einen Blick in die Zukunft nicht vergessen. So manch ein Behandlungsfehler hat auch für die Zukunft oder sogar dauerhaft nachteilige Folgen.


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